Krankheitsabwehr Abschalten
Schalte Deine Krankheitsabwehr an

Klick - an, klick - aus. Lässt sich das Immunsystem so leicht an- und ausschalten? Die Antwort lautet: vielleicht. Was Du dazu brauchst, ist weniger als eine Stunde gezielte Bewegung.

Untersuchungen haben gezeigt, dass körperliches Training bestimmte Hormone und hormonartige Substanzen im Organismus, die so genanten Neurotransmitter, beeinflussen. Diese chemischen Verbindungen, die von Gehirn, Nervensystem und Hormondrüsen produziert werden, sind für die Kommunikation im Gehirn und im nervensystem verantwortlich. Möglicherweise besitzen Neurotransmitter die Fähigkeit, die Zellen des Immunsystems an- und auszuschalten.


Wie viel und welche Art von Training brauchst Du demnach, um das Immunsystem in Schuss zu halten?

"45 Minuten Gehen - der Weg zu mehr Immunkraft".
Fünf Wöchentliche Spaziergänge von je 45 Minuten führen beim Menschen mit ansonsten sitzender Tätigkeit nach nur sechs Wochen zu einem Anstieg der Zahl der Immunzellen.

"Laufend die Immunabwehr stärken". Intensives Lauftraining kann die Kerntemperatur des Körpers ähnlich steigen lassen wie Fieber. Der Organismus setzt Fieber als natürliches Heilmittel ein, um die Reaktion der schützenden Lymphozyten anzukurbeln, bestimmte Virusinfektionen in Grenzen zu halten und die Eisenkonzentration im Blut zu senken, wodurch manche Bakterien weniger leicht überleben.

"In die Pedale treten". Radrennfahrer weisen im vergleich zu Männern, die nicht regelmäßig Sport betreiben, eine höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen auf.

"Schwimme doch mal". Schwimmen bringt den gleichen Nutzen für das Immunsystem und belastet dabei die Gelenke weniger. Körperliche Aktivität führt zur Ausschüttung der Endorphinen, einer Klasse von Neurotransmittern, die die Aktivität bestimmter Immunzellen unterstützt. Dadurch vermehrt sich vorübergehend der Anteil an Interleukin-1, einem Eiweißstoff, der die so genannten Helferzellen aktiviert. Die Helferzellen sind weiße Blutzellen (Lymphozyten=, die Bedrohungen erkennen und andere Immunzellen zu Hilfe rufen. Bewegung regt außerdem die B-Zellen zur Produktion anderer Proteine, der Antikörper, an, die eindringende Keime zerstört.

"Mit verstand schwitzen". All zuviel körperliche Anstrengung kann jedoch das Immunsystem beeinträchtigen, weil die Überbelastung als Stress wirkt. Marathonläufer tun oft zuviel des Guten und machen bald nach dem Lauf eine Erkältung, Grippe oder Infektion der oberen Atemwege durch. Läufer, die ein Trainingspensum von mehr als 96 km pro Woche absolvieren, haben ein doppelt so hohes Krankheitsrisiko wie jene, deren Trainingsleistung unter 32 km wöchentlich liegt.

Woran liegt das? Wenn sich der Körper bis zur Erschöpfung anstrengt, erzeugt er große Mengen an Hormonen und Neurotransmitter wie Cortisol und Adrenalin - eine typische Stressreaktion. Diese Substanzen behindern die Aktivität von Immunzellen wie etwa der natürlichen Killerzellen. Marathonläufer haben sechs Stunden nach dem Wettbewerb, eine eingeschränkte Aktivität der Zellen, wodurch Krankheitserreger eine große Chance bekommen.

"Lächle doch mal".
An dem Sprichwort "Lachen ist die beste Medizin" ist was dran, denn Lachen stärkt das Immunsystem. Fühlt man sich hingegen gestresst oder elend, dann sackt auch die Leistungskraft der Immunabwehr ab.
Der Zusammenhang zwischen Depressionen und sinkender Abwehrkraft der Lymphozyten wurde in verschiedenen Studien schon nachgewiesen. So weisen zum Beispiel Frauen, die aufgrund von Trennungs- oder Scheidungssituationen depressiv sind, einen niedrigeren Prozentsatz an natürlichen Killerzellen und weniger Anregung des Immunsystems auf.
Auch chronischer Stress kann das Immunsystem beeinträchtigen. So haben zum Beispiel Personen, die Familienangehörige mit Alzheimer-Krankheit pflegen einen niedrigeren Prozentsatz an T-Zellen.
Demgegenüber können Stressabbau oder Aufbau positiver Gefühle die Immunität stärken. Ein dreimal wöchentlich durchgeführtes Entspannungstraining kann die Aktivität der natürlichen Killerzellen und T-Zellen signifikant steigern.
Positive Gefühle können zur Erhaltung der körperlichen Gesundheit ebenso wichtig sein wie Bewegung. Positive Emotionen wie Liebe, Verständnis und Verzeihen stimulieren das Immunsystem.

"Lache mal so richtig". Das Immunsystem lässt nach, wenn man traurig ist - bedeutet das auch, dass es neue Kraft gewinnt, wenn man froh und glücklich ist? Diese Frage interessierte mehrere Psychologen so sehr, dass sie Versuchspersonen zum Lachen brachten und danach den Blutwert an Immunglobulin A (lgA) maßen - IgA gehört zu den körpereigenen Kampftruppen, die beim Schutz der Atemwege in vorderster Front stehen. Es zeigte sich, dass Lachen den Oga-Wert ansteigen ließ - und zwar sofort, ohne Wartezeit.
Eine gewisse Menge an IgA ist konstant im Blut vorhanden. Beim Lachen kommt es zu einem raschen Transfer von IgA in den Speichel, wo die Substanz eine stärkere Schutzwirkung entfaltet. Lachen kann die Produktion von Lymphozyten steigern oder immunsuppressive Substanzen blockieren, die die T-Zellen zu vernichten suchen. Lachen kann die auswirkungen von Alltagsstress auf das Immunsystem fast um die Hälfte reduzieren.

"Stelle Dir ein Lachmobil zusammen". Das Lachmobil ist ein Wägelchen, das randvoll ist mit Dingen, die Dich zum Lachen bringen, darunter Filme, Bücher, CDs und Spiele.

"Nimm es leicht". Die Schützenhilfe für das Immunsystem kommt nicht bloß vom Lachen, sondern von einer guten Portion Humor.
Wer Sinn für Humor hat, nimmt das Leben meist leichter. Wenn Dir zum Beispiel der Kellner im Restaurant ein Glas Wasser über die Kleidung gießt: Wirst Du wütend, oder lachst Du über die absurden Wechselfälle des Lebens? Wenn Du erkennst, dass sich die Welt nicht um Deine persönlichen Probleme und Sorgen dreht, dann hast Du Sinn für Humor.

"Liebe finden". Wenn Patienten einfach angewiesen würden, für mehr Immunglobuline oder Killerzellen in ihrem Blut zu sorgen, dann hätten diese keine Ahnung wie sie dazu kommen können. Doch wenn man ihnen beibringen kann, sich selbst und andere Menschen aus vollem Herzen zu lieben, kommt es automatisch zu dieser Verdrängung. Die Wahrheit ist: Liebe heilt.
Liebes und Beziehungsfähigkeit scheint für eine niedrigeres Niveau an Stresshormonen und mehr Helferzellen zu sorgen.

"Werde zum Kümmerer". Möglicherweise kann es eine wirksame Medizin sein, sich um einen anderen Menschen oder ein Tier zu kümmern. So scheinen Besitzer von Haustieren beispielsweise schneller von Krankheiten zu genesen. Menschen, die sich für andere engagieren, haben anscheinend ein gesünderes und längeres Leben (bestes Beispiel - ich lach).

"Schreibe Dir es auf". Verbringe an vier aufeinander folgenden Tagen je 15 bis 20 Minuten damit, Deine Probleme niederzuschreiben - auf diese weise kannst du Deine Immunabwehr möglicherweise für bis zu fünf Monate stärken. Schreibe Dir kontinuierlich, ohne sich um Grammatik oder Satzaufbau zu kümmern, und notiere Dir auch Deine geheimsten Gedanken mit dem Vorsatz, das Papier danach wegzuwerfen, zu vernichten, so dass es niemand je wird lesen können.
Menschen, die über traumatisierte oder verstörende Ereignisse in ihrem Leben oder über ungelöste Probleme frei sprechen, werden weniger oft krank und brauchen weniger ärztliche Hilfe als jene, die ihre Gefühle unausgesprochen lassen. Das Aussprechen begünstigt die T-Zellen des Immunsystems.

"Rede darüber". Wenn Du Dich nicht dazu aufraffen kannst, niederzuschreiben, was Dich bedrückt, dann sollte Deine zweite Wahl sein, sich jemanden anzuvertrauen. Das geht am besten, wenn Du jemanden findest, dem Du uneingeschränkt vertrauen kannst und der Dich akzeptiert, was immer Du auch sagst, damit Du Deine Gedanken nicht verzerrt darstellen musst. Dazu braucht man eine bestimmte Art von Freundschaft.

Die Medizinmänner der amerikanischen Ureinwohner sagen ihren Patienten, dass sie an sich selbst glauben müssen und Kraft aus ihrem Inneren schöpfen müssen. Diese Vorstellung entspricht dem Begriff der "Psychoneuroimunisation" in der westlichen Medizin - eine Verbindung zwischen Seele, Emotionen und Immunsystem.

"Dem Urteil trotzen". Glaube kann zum biologischen Faktum werden. Positive Einstellungen und die richtigen Bewältigungsstrategien können Teile des Immunsystems stärken.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man eine Diagnose Krebs, Aids oder andere Krankheiten und Gesundheitsstörungen - ableugnen sollte. Man sollte vielmehr dem Urteil trotzen. Wenn man dem Problem mit einer positiven Einstellung und emotionaler Kraft die Stirn bietet und auf die eigenen Bedürfnisse achtet, fördert man das Immunsystem. Negative Emotionen hingegen schwächen das Immunsystem.

So bleibt man gesund