Als Begründer des Chan, im Westen besser bekannt als Zen, gilt der indische Mönch Bodhidharma. Der Chan war eine Erneuerungsbewegung innerhalb des Buddhismus. Das riesige Schriftentum, die Geschichte, etc. die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatten, wurden als Ballast empfunden. Schließlich geht es in Buddhismus um Erkenntnis. Einen Zustand, der weder durch das Studium von Schriften noch durch das sklavische Befolgen von Regeln erreicht werden konnte. Das war schon immer klar.

 

Der Chan betrachtet sich als eine dimensionslose Lehre. Systeme zu untersuchen, indem man sie mechanisch oder mental zergliedert/zerstört bedeutet, diese Systeme zu töten. Nach Ansicht des Chan sind dynamische, lebende Systeme nicht logisch. Sie sind vielmehr bio-logisch und psycho-logisch.

Im Zen steht jede Aktivität für ein Ausdruck von Kunst und Vollkommenheit. Und jede Aktivität sollte wie jede vollkommene Kunst selbstvergessen sein. Nie sollte es Qual oder Mühe geben. Zen bemüht sich des Menschen Lebendigkeit, sein Geburtsrecht auf Freiheit und vor allem die Ganzheit seines Wesens zu entfalten. Das ist die Art zu leben, die der Zen lehrt. Daher seine unlogischen, biologischen und psychologischen Ansprüche.

 

Zen macht es noch klarer als andere Traditionen des Buddhismus, dass seine Auswirkungen vor allem den Alltag betreffen: das Erkenntnis das ganz gewöhnliche Alltagsleben in neuem Glanz erstrahlen lässt und das Erkenntnis eigentlich der vollkommen normale Zustand des Geistes ist.

 

Der Zen sieht straffes körperliches Training quasi als wesentliches Element. Mit dieser körperlichen Leistungsfähigkeit wurden die Begründer des Zen, die Mönche von Shaolin sehr rasch berühmt. Körperliche Arbeit und straffes Training halten den Körper frisch und lebendig und den Geist lebensnah. Zen will nicht blutleer, abstrakt und weltfremd sein. Er schafft Grundlagen, die sich kraftvoll im praktischen Leben äußern.